Vorgestern sah ich auf Twitter ein Foto, dass Ricarda Lang, die stellvertretende Bundesvorsitzende von „Bündnis 90/Die Grünen“ zeigt, wie sie – ohne Maske – im Zug sitzt, vor sich eine McDonalds-Tüte. Angesichts der jüngsten Idee der Verbotspartei, TV-Werbung für Fast Food zu verbieten, fand ich das bemerkenswert und habe das Foto geteilt.
Seitdem kocht es auf Twitter. Über 4200 Likes, aber auch über 600 Kommentare, die es teilweise in sich gaben. Eine kleine Auswahl gefällig?

„#haltdiefresse #fckafd #FCKNZS“
„Joana Cotar, menschlicher Abschaum vom allerfeinsten.“
„Joana cotar konsequent abschieben“
„Was für ein Dreck! Was für eine #Frauenfeindlichkeit! Und: Niemand stellt meine Kollegin @Ricarda_Lang vor. DAS macht sie selbst. #privatsphäre“ (nein, den Sinn des Satzes habe ich auch nicht verstanden ;))
„Was Ricarda Lang vielleicht zu viel auf den Rippen hat, fehlt bei AfD-Nazis wie ihnen halt bei der Hirnmasse.“
„Der Führer wäre stolz auf die Nazis der Neuzeit.“
„Joana Cotar abschieben, die alimentierte sozialsystem migrantin“

Außerdem wird mir vorgeworfen „frauenfeindlich“ zu sein und „Bodyshaming“ zu betreiben und das, obwohl ich im gleichen Thread festgestellt habe, dass es eben nicht um ihr Aussehen geht, sondern „allein um die typische grüne Doppelmoral.“ Da ich selbst nun keine Größe 36 trage, musste ich über den Vorwurf herzlich lachen. Wenn man das große Vorbild mit einer Mäcces-Tüte erwischt, ist anscheinend jedes Mittel recht, um sich nicht mit diesem Faktum auseinandersetzen zu müssen. Dann wird berechtigte Kritik zur angeblich rechten Hasskampagne.

Warum ich das Foto getwittert habe? Ganz einfach:
– Es erinnerte mich daran, wie Dieter Janecek von den Grünen den Deutschen nur noch drei Flüge im Jahr zugestehen wollte und wenige Wochen danach im Ausschuss ‚Digitale Agenda‘ einen Antrag für eine Einzelreise in die USA stellte.
– Es erinnerte mich daran, wie sich Grünen-Ministerin Sylvia Löhrmann im Wahlkampf im dicken Audi A8 nach Düsseldorf fahren ließ und kurz vor Ankunft bei ihrem Wahlkampftermin in einer Nebenstraße ins umweltfreundliche Hybridauto umstieg.
– Es erinnerte mich daran, wie die Grünen die Plastiktütenflut bekämpfen wollen und das Plastiktüten-Verbot als zu kurz gegriffen kritisieren und Anton Hofreiter fröhlich mit seiner Plastiktüte durch den Bundestag spaziert.
– Es erinnerte mich daran, wie Katharina Schulze, Fraktionschefin der Grünen im bayerischen Landtag, das Flugzeug als das „umweltschädlichste“ überhaupt bezeichnet und dann fröhliche Urlaubsgrüße aus Kalifornien schickte.

Massentierhaltung, Fleisch (klimaschädlich!), Verpackungsmüll, ungesund – all das werfen die Grünen den Fast-Food-Ketten vor. Sie plädieren für „Fleischenthaltsamkeit“, wollen den „Veggie-Day“ und einen „Klima-Aufpreis“ auf Fleisch. Und dann marschiert Frau Lang in die nächstbeste McDonalds-Filiale. Werte Ricarda, ich habe weder ein Problem mit Deinem Aussehen noch mit Deiner Restaurantauswahl. Ich esse selbst mal gern einen Hamburger. Ich habe aber ein Problem mit Eurer verdammten grünen Doppelmoral, mit der Tatsache, dass Ihr den Leuten das verbieten und madig machen wollt, was Ihr selbst fröhlich praktiziert. Eure Politik gegen die Freiheit, DAS ist es, was ich kritisiere. Hört mit den ständigen Verbotsforderungen und mit der Gängelei der Bürger auf, entspannt Euch mal ein wenig, dann muss man sich für den Burger auch nicht schämen.

Und was die Empörung der linksgrünen User auf Twitter angeht: Ich kann mich nicht daran erinnern, dass Ihr genauso empört ward, als ein Foto von Beatrix von Storch durch die sozialen Medien gepeitscht wurde, nur weil sie mal in einem Döner-Laden stand. Oder das Foto von Alexander Gauland in Badehose (!) auf dem Weg zu seiner Wohnung, weil ihm ein Idiot am See seine Kleider gestohlen hat. Das Foto fand sogar den Weg in die Zeitungen und Ihr hattet Euren Spaß damit. Spart Euch also Eure Empörung, die nimmt Euch eh keiner ab.

In diesem Sinne, schönen Gruß und einen tollen Wochenstart!