Pressemitteilung: eSport ist Sport

Berlin, 6. März 2018. Zu der Ablehnung von eSport durch den DFB-Präsidenten Reinhard Grindel erklärt Joana Cotar, stellvertretende Obfrau der AfD-Bundestagsfraktion im Ausschuss ‚Digitale Agenda‘:

„Herr Grindel hat leider nicht erkannt, dass wir in einem digitalen Umbruchprozess stecken. Die Digitalisierung verändert unsere Gesellschaft nachhaltig, auch im Bereich des Sports. eSport-Events füllen schon jetzt ganze Hallen, in Deutschland ist die Branche zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Weltweit werden mit eSport rund 1,5 Milliarden Dollar umgesetzt.

Viele andere Länder haben auf diese rasante Entwicklung bereits reagiert. eSport wird in über 60 Nationen von etablierten Verbänden des organisierten Sports anerkannt und teilweise auch vom Staat gefördert. Deutschland hinkt hier wieder einmal hinterher.

Es ist wichtig, Kinder und Jugendliche im verantwortlichen Umgang mit digitalen Medien zu schulen und diese nicht zu verteufeln. Beim eSport kommt es nicht nur auf den Spaß an, auch soziale Dimensionen spielen eine zentrale Rolle: Kontakte zu anderen Spielern, Teamgeist, Zusammenhalt, Kommunikation, taktisches und strategisches Handeln, all das wird beim eSport trainiert.

Die motorischen Ansprüche, die an eSportler gestellt werden, sind beeindruckend. Sie schaffen bis zu 400 asymmetrische Bewegungen pro Minute an Tastatur und Maus, vier Mal mehr als der Normalbürger und ihre Herzfrequenz liegt oft bei 160 bis 180 Schlägen. Um dem gewachsen zu sein, ist ein ganzheitliches Training wie beim klassischen Sport wichtig, nicht umsonst ergänzen professionelle Teams den eSport bereits mit realem Sport, um ihre Spieler körperlich fit zu halten.

Ich finde es daher schade, dass Herr Grindel eine unnötige Konkurrenzsituation schafft. Das Spielen am PC muss das Kicken auf dem Rasen nicht ersetzen, beides kann sich ergänzen. Es ist allerhöchste Zeit, dass der eSport auch in Deutschland als eigenständige Sportart anerkannt und gefördert wird, auch, um den Jugendlichen einen betreuten Rahmen zu geben und sie nicht der Industrie zu überlassen.“

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